Ziel
Sehnsucht und Stillstand am Terminal
Vom Wunsch, den Raum zu überwinden. Mit der Bilderserie „Ziel“ lenkt Klaus Dobrunz den Blick auf einen weiteren architektonischen Knotenpunkt unserer modernen Mobilität: den Flughafen.
Während die Schiene noch eine Verbindung zum unmittelbaren Umland hält, markiert das Terminal den radikalen Wunsch nach globaler Überwindung von Distanz. Es ist ein Ort der extremen Gegensätze. Nirgendwo sonst wollen Menschen Orte noch schneller wechseln, und paradoxerweise sind die Wartezeiten hier oft noch weitaus länger. Aus diesem Spannungsfeld zieht die Serie ihre Dynamik. Die Reisenden verharren in künstlichen, gläsernen Welten – im permanenten Schwebezustand zwischen dem Hier und dem Dort.
Es ist die Zielvorstellung der Reisenden, die für Klaus Dobrunz maßgeblich wird und der Serie ihren Namen gibt. Die Titel der großformatigen Ölgemälde – wie „Amsterdam“, „New York“ oder „Moskau“ – rufen sofort Sehnsuchtsorte, Metropolen und ferne Welten auf. Doch auf der Leinwand sehen wir nicht die Destinationen selbst, sondern die anonymen, schemenhaften Figuren, die im Transit festsitzen. Ihre Gedanken sind längst am Ziel, während ihre Körper im Nirgendwo des Wartesaals verharren müssen.
Mit meisterhafter Ölmalerei auf Leinwand fängt der Künstler die sterile und zugleich hochgradig aufgeladene Atmosphäre dieser Transiträume ein. Das Licht bricht sich in monumentalen Fensterfronten, Konturen verschwimmen, und die Wartenden werden zu zeitlosen Projektionsflächen für Fernweh, Erwartung und die Suche nach dem Ankommen.